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26.12.2020

Tamara Porysheva: Rückkehr der 'Atkarsker Weihnachtskantate' - die Zweite

Nach über 10 Jahren ohne direkten Kontakt mit dem Heimatmuseum Atkarsk , hat Tamara Porysheva, eine Dichterin aus Atkarsk, kurz vor Weihnachten mit uns Kontakt aufgenommen. Sie berichtete, dass die Leitung und die Mitarbeiter des Museums von damals nicht mehr im Dienst seien und die neue Leitung des Heimatmuseums wenig Interesse an dieser Periode und den Kompositionen von Hans Martin aus den Jahren 1944/1945 in Atkarsk zeige.

Tamara bat uns um den Text, die Noten und eine Aufnahme der Atkarsker Weihnachtskantate aus 1944, um den Text ins Russische zu übertragen und die Kantate am Ort der Entstehung erneut zur Aufführung zu bringen und eine kleine Ausstellung im Museum der Schule 3 (dem ehemaligen Lazarett I) einzurichten.

Tamara Porysheva: Rückkehr der 'Atkarsker Weihnachtskantate'

Hier der Link zu ihrer Veröffentlichung in 'Atkarskiy uezd' vom 25.12.2020

https://atkarskuezd.ru/kultura/22387-tamara-porysheva-vozvrashchenie-atkarskoj-rozhdestvenskoj-kantaty.html

24.06.2020

Thesaurus von in Konzentrationslagern, zivilen und militärischen Lagern von 1933 bis 1953 komponierter Musik



Encyclopedia THESAURUS MUSICAE CONCENTRATIONARIAE by Francesco Lotoro

Es gibt gute und spannende Nachrichten zum musikalischen Nachlass von Hans Martin und einer geplanten wissenschaftliche Publikation, in welcher auch mehrere von Hans Martin während Gefangenschaft im sowjetischen Kriegsgefangenen-Lazarett 5-131 in Atkarsk 1944 / 1945 komponierten Werke wiedergegeben und als Studieaufnahme aufgeführt werden.

Seit Jahren arbeitet der italienischer Pianist, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Francesco Lotoro (1964) und sein Team in Barletta, Italien an der Erstellung der ultimativen Enzyklopädie THESAURUS MUSICAE CONCENTRATIONARIAE in 12 Bänden und 2 DVDs. 

Die Enzyklopädie wird die umfangreichste Dokumentation von in Konzentrationslagern, in zivilen und militärischen Lagern - von 1933 (Eröffnung des KZ Dachau) bis 1953 (Tod Stalins) - komponierten Musik.
Sie soll bis 2024  in italienischer, englischer, französischer und deutscher Sprache erscheinen. 

Mehr über Francesco Lotoro .



Zur inhaltlichen Planung und Struktur

Bände I, II, III
Geschichte und Geschichtsschreibung der Konzentrationsmusik von 1933 bis 1953
Band IV                      
Liste und Analyse der Hauptquartiere der Konzentrationslager für musikalische Aktivitäten von 1933 bis 1953;

Bände V, VI, VII          
Liste und Biographien der Komponisten, die von 1933 bis 1953 in Gefangenschaft Musik komponierten

Bände VIII, IX, X, XI   
etwa 600 Partituren, die in ziviler und militärischer Gefangenschaft von 1933 bis 1953 geschrieben wurden

 

Band XII  
                   
Synoptische Tabellen, analytisches Musikverzeichnis nach Lagern und Autoren, Bibliographie, Diskographie und Filmographie

DVD 1                   
Aufnahmen der in Bänden veröffentlichten Werke. VIII, IX, X, XI

DVD 2                           
Zahlreiche Interviews mit die Lager überlebenden Musikern 

Der Thesaurus wird in einer limitierten Auflage von etwa 1.000 Exemplaren gedruckt, die Universitäten und Regierungsinstitutionen angeboten wird. Etwa 10 % der Exemplare sollen verkauft werden. Als Teilerstattung der von der Stiftung Istituto di Letteratura Musicale Concentrazionaria getragenen Vorfinanzierung des Projekts.

Im Thesaurus plant Francesco Lotoro auch die Veröffentlichung von 10 Werken, welche Hans Martin - während seiner Gefangenschaft im sowjetischen Kriegsgefangenen-Lazarett 5-131 in Atkarsk, Saratow, Russland - komponiert hat.

01. Abendfantasie
02. Atkarsker Weihnachtskantate
03. All meine Gedanken
04. Ave Maria 1945
05. Der alte Sänger
06. Du bist da!
07. In der Winternacht
08. Mein Kind
09. Passio brevis
10. Zueignung


Alle Kompositionen werden veröffentlicht

1) im Original in anastatischer Kopie
2) einem neuen, professionellem Notensatz, mit kritischen Analyse
3) in einer Studioaufnahme.

Mehr Informationen zu der geplanten Enzyklopädie hier

24.12.2019

Ferne Weihnacht - aus der Kriegsgefangenschaft in Atkarsk von Hans Martin

Im 23. Juli 1944, in der Schlacht von Brody / Lemberg, wurde Hans Martin verwundet und galt seither, für seine Frau Lilo und den Erstgeborenen Hans sowie die Angehörige und Freunde als Verschollen. Bis er nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft und einer abenteuerlichen Flucht am 17. August 1945 ohne Vorwarnung seine Lieben wieder in die Arme schließen konnte. 

Ferne Weihnacht 1944

3 Jahre waren seit jener Kriegsweihnacht vor Moskau vergangen. Über die Tatarensteppe, deren feiner Sand im Sommer so unbarmherzig geglüht hatte, lag tiefer Schnee gebreitet und ein eisiger Wind jagte über sie hinweg. Noch immer wandelten die dürren Gestalten der Kriegsgefangenen nur mit Hemd und Unterhose bekleidet auf Holzpantoffeln durch die Gänge des Lazarettes, eines der wenigen Steingebäude von Atkarsk, einer Stadt zwischen 30.000 und 40.000 Einwohnern. Früher war es eine Schule, jetzt aber waren kranke und verwundete „Fritze“ drin untergebracht, verhasste Deutsche, über deren Dasein doch viele beglückt waren, denn so gute Zeiten hatten sie noch nie gesehen wie jetzt, da sie auf Kosten der Gefangenen gut leben konnten.

Seit einigen Tagen herrschte eine gehobenere Stimmung im Haus und alle hatten etwas Besonderes, ein Geheimnis, wohl auch nur ein leeres Gerücht, an das man sich aber klammerte – und ein jeder hütete sein Geheimnis, um nicht enttäuscht zu werden, wenn es in Wasser zerlaufen sollte. Aber es war kein Gerücht diesmal. Der Major der NKWD, der berüchtigten GPU, [медведь ] auf deutsch „der Bär“, von uns allgemein ob seiner Armprothese Holzarm genannt, hatte allen Ernstes versprochen, dem Lazarett nicht nur einen, sondern sogar 2 Fichtenbäume zu besorgen und auf unsere bange Anfrage, ob wir denn auch eine Weihnachtsfeier halten dürften, antwortete er mit seinem gönnerhaften [ позволило ], d.h. es ist erlaubt.

3 Tage vor dem Hl. Abend sollte eine Ausstellung von selbstgefertigten Spielsachen stattfinden. Da regte sich nun die Schaffensfreude und wer nur irgendwelche Geschicklichkeit der Hand besaß, begann zu schnitzen und zu basteln. Messer sind gefährliche Waffen und deshalb verboten. Aber Not macht erfinderisch – und dieses Sprichwort bewahrheitete sich auch hier. Als der Tag der Ausstellung herankam, war ein ganz schönes Häufchen von Spielzeug zusammengekommen und der russische Major zog mit seinem Pack zufrieden ab.

Nun hatten wir sogar erreicht, dass die Feier auf abends 8 Uhr festgelegt wurde. Mit der Küchenschwester waren wir bald einig, das Abendessen wurde auf eine Stunde vorverlegt, aber für das Licht war uns bange, gar oft schon ließ es uns in Stich – und so kam es auch. Die Weihnachtsfeier musste im Halbdunkel einiger rauchender und rußender Petroleumlampen gehalten werden und war vielleicht gerade dadurch so denkwürdig.

In den Nachmittagsstunden des Hl. Abends herrschte reges Leben. Im großen Saal der 120 Kranke beherbergte, wurden die beiden Bäume aufgestellt und mit Watte geschmückt, das dumpfe Dahinbrüten der Kranken war geschwunden und auf aller Gesichtern konnt man etwas von der frohen Erwartung eines Kindes lesen. Hin und wieder tauchte eine russische Schwester oder einer der Wachposten auf, von Neugierde getrieben, zu sehen wie die Deutschen das machen und verschwanden dann wieder.

Es dämmerte, die Vorarbeiten waren beendet, nach dem Essen wurde der Saal geöffnet und alles drängte hinein. Vorne etwas seitwärts waren die Plätze für die russischen Ärztinnen, für den Lagerkommandanten und die deutschen Ärzte. Wer einigermaßen konnte, erschien, für die Schwerkranken waren Liegeplätze freigehalten, die anderen saßen auf einer Decke. Die Türen zu den Nebenzimmern waren geöffnet, so konnten ungefähr 1000 Deutsche und Ungarn an der Feier teilnehmen.

Der Saal hatte eine ausgezeichnete Akustik und war für Konzertzwecke wie geschaffen. Kurz nach 8 Uhr erschienen die Ärztinnen, ihnen voran die kleine, gedrungene Natschalnik mit ihrem watschelnden Gang, von uns ob ihrer anfänglichen Gehässigkeit auf die Deutschen Zecke genannt. Bald aber hat sie sich in eine sorgende Frau verwandelt, die manches Unheil von uns abwendete. Ihr Erscheinen war das Zeichen zum Beginn. Von nun an war tiefstes Schweigen, das heute auch nicht vom halblauten Geschwätz und Kichern der Russinnen unterbrochen war.

Hymne an die Nacht
Heil'ge Nacht, o gieße du Himmelsfrieden in dies Herz,
Bring' dem armen Pilger Ruh', holde Labung seinem Schmerz!
Hell schon erglühn die Sterne, grüßen aus blauer Ferne:
Möchte zu euch, so gerne flieh'n himmelwärts.
Harfentöne, lind und süß, weh'n mir zarte Lüfte her,
aus des Himmels Paradies, aus der Liebe Wonnemeer.
Glüht nur, ihr gold'nen Sterne, winkend aus blauer Ferne:
Möchte zu euch, so gerne flieh'n himmelwärts.
Text: Friedrich von Matthisson (1761−1831)
Komponist: Ludwig van Beethoven

Dieser Chor leitete die Feier ein, dann sprach P. Notker oder wir ihn nannten Josef einige Worte über die folgende Weihnachtskantate, zu welcher er die Worte formte und ich die Musik schrieb. Aber kaum waren die ersten Akkorde verklungen, da gab es einen Knacks und wir saßen im Dunkel, der Chor hatte eben zu singen begonnen, aber er sang trotz der Dunkelheit unbeirrt weiter:

Es klingt ein Lied aus Kindheitstagen,
da unterm lichten Weihnachtsbaum
von sel’ger Mutterlieb getragen,
ich träumt’ den allerschönsten Traum.
In heil’ger Nacht war Fried zuteil
Den Menschen auf Erden geworden;
Ein Kind hat ihnen gebracht das Heil
Geöffnet verschlossene Pforten.

Nun da die Augen nichts sahen, waren ihre Herzen mehr aufgeschlossen für das, was die Ohren hörten. Wie gut, dass wir uns für diesen Fall schon vorgesehen hatten. Im Nu brannten zwei Petroleumlampen, die eine am Klavier, die andere für die Solisten, die nicht ganz sicher und auch nicht frei vom Lampenfieber waren. Trotz Lampe musste sich der Klavierspieler, ein Oberarzt der Erlangener Universitätsklinik, seit Stalingrad in Gefangenschaft, recht abmühen, dass er lesen konnte; denn das Papier, das man in Russland findet, ist schlecht, Tinte und Federn noch schlechter. Aber der Versuch mit einer zweiten Lampe misslang; sie stürzte ins offene Klavier und ergoss sich über die Saiten, wohl dass kein Rost sich ansetzte. Der Zwischenfall wurde kaum bemerkt, ebenso entging den meisten, dass der Tenorsolist bei seinem ersten Einsatz wiederholen musste, er hatte gleich in der Mitte seiner Verkündigungsarie begonnen: Siehe, Du wirst empfangen! Die plötzliche Finsternis hatte ihn so beunruhigt, dass ihm alles entschwand und das erste Wort das ihm in die Erinnerung zurückkehrte, war dann auch verkehrt. Weiterhin machte er keinen Fehler mehr, da ich ihm Wort für Wort vorsprach. Der Bassist hingegen, ein Kulmbacher Arzt, sang unbeirrt und ließ sich durch nichts stören.

Die Kantate war beendet, alles lauschte nun den Worten der Frohbotschaft, die Josef den armen Gefangenen vorlas, den Worten, die Frieden den Menschen verkündeten. So dürften also auch wir hoffen und harren auf den Frieden und auf die Heimkehr. In jenen Augenblicken bezogen wir alle diese Worte auf diese Welt.

Aber war das nicht ein Hohn? Der Russe lässt uns die Geburt Christi feiern, dessen Gedächtnis er in seinem Volke mit aller verfügbaren Macht auszurotten versuchte. Diese Frage berührte uns nicht, sie stand damals auch nicht vor uns, wir waren von der Weihnacht zu tiefst ergriffen, gleich ob gläubig, oder nicht – in dieser Stunde stand das Kind in der Krippe im Mittelpunkt unseres Denkens und Fühlens.

Nun stellten einige Kameraden aus den Alpen drei Szenen dar:

Die Hirten am Feuer, die Herbergssuche und die Anbetung der Hirten. Sie machten es fein, die Notbeleuchtung kam ihnen dabei vorteilhaft zustatten. Auch der Chor sang noch einige Weihnachtslieder.

Nun sollten aber auch die nicht vergessen sein, die von uns gegangen sind. Mit diesen standen wir ja ganz nahe in Verbindung, jeden Tag hauchte einer sein Lämpchen aus, und niemand konnte bei klarer Überlegung wissen, ob nicht auch er dort drüben sein Leben lassen müsse. Dazu kam noch das furchtbare Wissen vom Los der 92.000 von Stalingrad.

Ein Gedicht, das ein unbekannter Stalingrader in jener Kriegsweihnacht von 1942 geschrieben, ist wohl erst nach seinem Tode aufgefunden worden und wurde von einem Arzt als Heiligtum aufbewahrt.

Wild rast der Sturm hin übers Land,
zuweilen kracht es heulend in den Schnee,
doch heut ward frohe Botschaft ausgesandt:
Die Ehr’ dem Gott in der Höh’!
Horch, klingt da nicht ein Glockenton
Singt nicht dort oben Engelschor?
Der Welt verkündend Gottes Sohn
Und Fried den Menschen immerdar!
Im Bunker sitzt bei Kerzenschein,
still versunken ein Soldat,
er kniet im Geist vorm Krippenschein
und bringt als Gabe seine Tat.
Er lädt das Jesuskind, als Gast
Zu kommen in sein Herz hinein –
Und sieh’ es kommt, doch nicht als Gast,
nein, immer will es bei ihm sein.

Als wir uns zum Totengedenken erhoben, standen ebenfalls die Russen auf. Wie die Natschalnik (Chefärztin) nachher gestand, war sie ganz im Bann der Feier gefangen und wenn sie auch nicht alles verstand, so doch das eine, dass es etwas sein musste, was unser ganzes Innere erfasste.

Wie jede Weihnacht so klang auch jene Gefangenenweihnacht 1944 in dem gemeinsamen Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus.

An die 700 Deutsche und 3 – 300 Ungarn sangen sich darin Schmerz und Leid und Sehnsucht los. Ich spielte Klavier, aber ich muss gestehen, mir erging es nicht anders wie den anderen, in den Augenwinkeln zuckte es und in der Kehle würgte es nicht wenig. Und jedes Mal wenn ich dabei an frühere Weihnachten aus Kinderzeit dachte, würgte es noch mehr. Dann jagte ich die Finger über die Tasten und hörte die Saiten vom harten Anschlag aufschreien, ihnen sollte es nicht besser ergehen als unseren wunden Herzen.

Still gingen wir auf unsere Stuben, ein jeder nahm Weihnachtsgedanken und –gefühle mit hinaus. Auch denen, die an der Feier nicht teilnehmen konnten, sangen wir noch Weihnachtslieder, wir gingen von Zimmer zu Zimmer und dann in’s Isolationshaus, wo die Todgeweihten ihre letzten Tage verbrachten. Gerade diese waren so dankbar für die Freude, die wir ihnen noch in später Nacht bereiteten.

Im Zimmer 12 wohnten Kommandant, die Ärzte und andere „besseren Leute“, diese hatten auch eiserne Betten und manche Vergünstigungen vor den anderen. Zu diesen Prominenten gehörte denn seit 4 Wochen auch der „Kompositeur“. Diesen Titel und diese Ehre errang ich mir, als mir in einem Konzert zu Ehren einiger russischer Regierungsbeamten von diesen ein Kompliment gemacht wurde, das unsere Natschalnik für sich annahm.

Als ich nun von dem Weihnachtssingen zurückkam, saßen die Herren schon am rohen Tisch beisammen, der für 26 Menschen reichen sollte, aber nur die Hälfte fasste, die anderen saßen an ihren Betten. Auf dem Tisch stand ein Fläschlein mit einer bläulichen Flüssigkeit. Als ich nun das Zimmer betrat erhob sich der Kommandant, - er war ein alter Lehrer aus Ostpreußen kurz vor seinem 60. Geburtstag, und litt damals an allerlei der Bewegung hemmenden Krankheitserscheinungen, war an Händen und Füßen gegen die Kälte in Watte eingehüllt; sein Tappeln erinnerte mehr an einen Teddybär als an einen Menschen, mühsam erhob er sich und ging mir entgegen. Nach seien Dankesworten für mein Mitwirken an dieser unvergesslichen Weihnachtsfeier, bot man mir schmunzelnd das Fläschchen an – ich nahm wohl an, aber schon beim Nippen fuhr ein Gruseln durch den ganzen Körper. Das war der Alkohol, den die Schwestern leidenschaftlich liebten. Die Chefärztin hatte ihn den deutschen Ärzten als Weihnachtsgratifikation gebracht; dann durfte ich noch eine Zigarette drehen, aus parfümiertem russischen Feinschnitt, den wir dem Edelmut einer russischen Schwester verdankten. Unter Weihnachtsgesängen und Weihnachtsgesprächen vergingen rasch die Abendstunden. Und manche Freundschaft wurde geschlossen, die auch über die Gefangenschaft hinaus standhielt.

Auch das bittere Seufzen „Ach, daheim ....“, das endlos in unseren Gehirnen kreiste, war wieder da und wie ein Schrei quälte das Herz „wenn nur erst Friede wäre, dann könnten wir anfangen zu rechnen. Der Russe hatte uns ja versprochen: 18 Monate nach Kriegsschluss sind alle Gefangenen zuhause. Wir klammerten uns an dieses Versprechen und wollten auch nicht in dieser Hoffnung gestört werden, obwohl wir beinahe täglich feststellen mussten, wie ernst es der Russe mit seinen Versprechungen nahm.

Mit dem seligen Gedanken, dass doch der Friede auf Erden nicht mehr lange auf sich warten lassen könne, und wir dann an die Heimat denken dürften, schliefen wir ein und träumten Weihnacht aus der Kinderzeit und hätte jemand die Schlafenden belauscht, hätte er manches glückselige Wort vernommen, das am Tag still behütet ward. Und noch über den nächsten Tagen lag ein Zauber, eben der Zauber, den die Hl. Nacht in den Herzen der Geächteten und Verlassenen zurücklässt, ein Licht, das auf dem Antlitz eines Unglücklichen leuchtet, ein feuer, das die Kälte des Winters erwärmt und das Eis in der Seele der Verstockten bezwingt.

75 Jahre Atkarsker Weihnachtskantate

75 Jahre Atkarsker Weihnachtskantate

Text: Notker Klenk |  Komposition und Leitung: Hans Martin

Sonntag, 24. Dezember 1944, 20:00 Uhr 

Uraufführung Atkarsker Weihnachtskantate für 2 Solostimmen, gemischter Chor und Klavier
im Lazarett I. des Gefangenenlagers Atkarsk.

Die Solisten der Erstaufführung am 24. Dezember 1944 waren
Tenor: Lothar Schmidt, Darmstadt
Bass-Bariton: Dr. Hans Huber, Kulmbach
Klavier: Dr. Hugo Rüd, Erlangen
Chor: Gefangenchor des Atkarsker Lazarett I.
Leitung: Hans Martin

Eine zweite Aufführung der Kantate fand am Samstag, 6. Januar 1945 im Lazarett II. des Gefangenenlagers in Atkarsk statt.

Tenor: Siegfried Köhler,
Bass-Bariton: Dr. Hans Huber, Kulmbach
Klavier: Dr. Hugo Rüd, Günzburg/Ulm
Chor: Gefangenchor des Atkarsker Lazarett I.
Leitung: Hans Martin

Weitere Aufführungen: (u.a.)

- 1959 in St. Gertraud, Würzburg mit Orgelbegleitung
- 1981 in St. Gertraud, Würzburg mit Orchester
- 1991 im Würzburger Dom mit Orgelbegleitung



Am 24. Dezember 2007, am Heiligen Abend, wurde im Heimatmuseum Atkarsk
eine kleine Ausstellung eröffnet

Die Atkarsker Weihnachtskantate
– Botschafterin des Friedens und der Freundschaft


Hans Martin – Musik, Partituren, Dokumente, Briefwechsel, Zeitungsartikel








Vladimir Nikolajevitsch Ignatev und Olga Viktorovna Artamonova,
Ausstellungsvitrine im Museum Atkarsk



Zeitungsausschnitt über die Ausstellungseröffnung (2008)



Deutsche Übersetzung













24.01.2016

Zum 100. Geburtstag von Hans Martin

Am 26. Januar 2016 begehen wir den 100. Geburtstag des fränkischen Komponisten, Kirchenmusikers und Pädagogen Hans Martin.

1916 in Erlenbach bei Marktheidenfeld geboren und in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen, erhielt Hans Martin seine erste musikalische Ausbildung an Klavier und Orgel im Kilianeum Miltenberg u.a. bei Gretchen Höller, Josef Amann und Heinrich Stahl.

Von 1936 bis 1938 nahm er an der Hochschule für Lehrerbildung, Würzburg, Unterricht bei Prof. Hans Gebhard in den Fächern Orgel, Klavier und Kompositionslehre sowie am Bayerischen Staatskonservatorium bei Prof. Eugen Gugel im Fach Oboe.

Schon während seiner Gymnasialzeit war er als Organist im Kilianeum in Miltenberg und später in Würzburg sowie an der dortigen Michaelskirche tätig. Von 1935 bis zum Kriegsbeginn 1939 spielte er unter Chorregent Heinrich Stahl als Nachfolger von Josef Amann die Orgel in der Würzburger Hofkirche, wo er seine spätere Frau Lilo (geb. Zeitzschel) kennenlernte, die dort als 17-jährige im Hofkirchenchor im Sopran sang. 

Hans Martin studierte ab 1935 zunächst Philosophie an der Universität Würzburg. Dann, nach der Unterbrechung durch die Ableistung des Arbeitsdienstes, an der Würzburger Hochschule für Lehrerbildung, die er 1938 mit der 1. Lehramtsprüfung abschloss. Nach nur wenigen Monaten als Junglehrer kam die Einberufung zum Wehrdienst, der 1939 direkt in den Kriegsdienst überging.

In Russland wurde er 1944 (in der Schlacht von Brody / Lemberg) verwundet, geriet in Kriegsgefangenschaft und wurde in das weit entfernte Kriegslazarett Atkarsk (Oblast Saratow) eingeliefert. Dort gründete und leitete er den Gefangenenchor des Lazaretts und führte u.a. an Weihnachten 1944 die von ihm in Gefangenschaft komponierte „Atkarsker Weihnachtskantate“ auf, ein Werk, welches später in Würzburg mehrfach zu hören war, u.a. am 2. Weihnachtsfeiertag 1992 im Kiliansdom zu Würzburg, und das zuvor von der Dommusik Würzburg unter Leitung von Domkapellmeister Siegfried Kösler auf CD eingespielt worden war.

Im Jahr 1947 konnte Hans Martin in seiner unterfränkischen Heimat den Lehrerberuf wieder aufnehmen - zunächst in Helmstadt (in dieser Zeit legte er auch 2. Lehramtsprüfung ab), dann ab 1952 in Ebern und schließlich von 1956 bis zu seiner Pensionierung im Sommer 1978 in Würzburg - zunächst an der Pleicher Schule und ab 1969 an der Hauger Schule.

Das musikalische Schaffen des Komponisten Hans Martin umfasst mehr als 380 Werke, darunter eine große Anzahl für den Gottesdienst komponierte, Liturgie-bezogene Musik (Messen, Proprien, Motetten, Kantaten, Orgelmusik) sowie mehr als 150 Lieder, Chorwerke, Instrumentalmusik, Singspiele und eine Märchenoper.

Nach dem Krieg war Hans Martin als Organist und Chorleiter noch 55 Jahre im kirchenmusikalischen Dienst tätig, zunächst an St. Martin in Helmstadt (1947 - 1951), dann an der Stadtpfarrkirche St. Laurentius in Ebern (1951 -1956) und von 1956 - 2002 an St. Gertraud in Würzburg. In der Diözese Würzburg engagierte er sich nach Einführung der Muttersprache und Einbeziehung der Gemeinde in den Gottesdienst durch das II. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) beratend und von 1971 – 1978 in der Ausbildung des Organistennachwuchses.

Für sein kirchenmusikalisches Schaffen wurden ihm u.a. die St. Bruno-Medaille der Diözese, das Bundesverdienstkreuz am Bande und der päpstliche Silvester-Orden verliehen.

Er starb im 27. November 2007 nach einem erfüllten Leben im Alter von 91 Jahren.

Weiterführende Links

>>> Deutsche Wikipedia Hans_Martin_(Komponist)

>>> Biografie Hans Martin

>>> Hans Martin Werke-Verzeichnis (PDF)

28.03.2012

Pater Notker (Josef Anton) Klenk O.F.M. *1907 - †1982


Im März 2012 fanden wir über einen Spiegel-Bericht vom 3. Juni 1959 einen Hinweis über die Rückkehr von Pater Notker aus der russischen Gefangenschaft in das Franziskanerkloster Landshut (im April 1949). Eine telefonische Kontaktaufnahme mit P. Rainer Luber und Sr. Hedwig Scharnagl (beide Landshut) führte uns zur deutschen Franziskanerprovinz (München).

Von dort erhielten wir eine Kopie des Eintrags  zu P. Notker im Totenbuch der Provinz und zwei Fotos.


Quelle: Archiv der dt. Franziskanerprovinz, München

Aus dem Totenbuch der deutschen Franziskanerprovinz (Seite 246)

P. Notker (Josef Anton) Klenk  † 08.07.1982

"P. Notker wurde am 8.02.1907 im Königreich Württemberg in Erlenbach bei Neckarsulm geboren als Sohn des Eisenhändlers Franz Karl Klenk und dessen Ehefrau Pauline, geb. Kappes ..." "Kardinal Michael Faulhaber weihte ihn am 26.07.1932 in St. Michael zum Priester ..."

"P. Notker wurde, nach kürzeren Einsätzen in Vierzehnheiligen (1934), Volkersberg (1934/1935) und Nürnberg (1935/1936), am 14.08.1936 in das Kloster Landshut versetzt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Durch sein Temperament und seinen kritischen Sinn konnte er in den Jahren des Hitlerreiches viele in ihrem Glauben ermutigen - und zog sich auch prompt im Februar 1940 drei Monate Haft zu. Anschließend wurde er zum Sanitätsdienst eingezogen und in Rußland meist auf vorgeschobenen Hauptverbandsplätzen eingesetzt ..." 

Wann, wo und unter welchen Umständen P. Notker in Rußland gefangen genommen wurde, ergibt sich aus der kurzen Vita der Franziskanerprovinz nicht. Im November des Jahres 1944 jedenfalls, war er im Gefangenen-Hospitals Atkarsk als Sanitäter eingesetzt und hat dort mit Hans Martin die Texte für die Atkarsker Weihnachtskantate  zusammengestellt, die Hans Martin für die Weihnachtsfeier 1944 der Kriegsgefangenen, russischen und deutschen Ärzte im Gefangenen-Hospitals Atkarsk vertont, einstudiert und mit seinem Männerchor und Solisten zur Aufführung gebracht hat...  [mehr]

01.03.2010

Dr. Johann Huber * 12. Dezember 1916 - † 25. Februar 2010

Dr. med., Leitender Medizinaldirektor a.D.


Johann Huber (aka Hans Huber,HaHu) mit seiner Frau Elisabeth

Heute erreichte uns die Nachricht, dass Hans Huber am 25. Februar 2010 in Gunzenhausen verstorben ist. Die Trauerfeierlichkeiten finden in Gunzenhausen statt. Seine letzte Ruhe wird Johann Huber in seiner Heimatstadt Kulmbach finden.


Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Tochter und den Söhnen und ihren Familien.

Siehe auch Blogeintrag
Hans Huber - Mitwirkender und Zeitzeuge Atkarsker Weihnachtskantate

21.12.2009

65. Летие премьеры. Аткарск Рождественская кантата

На Рождество в 1944 году Hans Martin был ранен как военнопленный в военных госпиталях Аткарск. Хотя русские и немецкие Запад еще борются друг с другом и должны быть мертвыми, а более одного миллиона солдат и гражданских лиц после окончания войны, позволил политики и медицинского офицера и старшего звена, что враги были позволили отпраздновать Рождество. Вот трезвый доклад об этом событии:

Воспоминания от Ханс Мартин
О появлении «Аткарской Кантаты» и о рождестве 1944 года в плену


Жаркое лето 1944 года было позади, и вот уже и осенние дни становились все короче. В татарской степи лежал глубокий снег и дули холодные ветра. Военнопленные, худые, одетые только в рубашку, штаны и тапочки, передвигались по коридорам лазарета, одному из немногих каменных зданий в Аткарске. Город с 30.000 – 40.000 жителей, находится в 350 км севернее Сталинграда и в в 650 км юго-восточнее Москвы.

В Рождество что-то должно произойти, нам всем это было ясно. Мы ( монах францисканского ордена Ноткер Кленк и я) сидели в конце ноября вечер за вечером вместе и думали о том, как организовать рождественский вечер. Это происходило задолго до того, как было выдано разрешение от русского руководства. Постепенно родился текст на основе Священного Писания и собственных мыслей. Музыка писалась быстро и после окончания работы над текстом, ноты были записаны на коричневой оберточной бумаге. Репетиции начались сразу. Врач доктор Ханс Хубер и студент архитектурного факультета Лотар Шмидт стали солистами, хор послушно репитировал, а доктор Хуго Рюд, врач из города Эрланген (годы жизни: 29.07.1909 – 06.01.1960) взял на себя музыкальное сопровождение на фортепиано.

Рождественский вечер пятого года войны приближался. В лазарете, на лестничной клетке, стояли 2 новогодние елки, что было разрешено лично военным руководством. Ужин был перенес на час раньше, чтобы праздник начался ровно в 8 часов вечера.

В этот день после обеда во всем здании царила суета. В большом зале, где лежали 120 больных были поставлены обе елки, которые нарядили ватой.

Смеркалось. Предварительные работы были окончены. После ужина двери зала открылись. Все спешили занять свои места. Спереди, справа, были места для русских врачей, надзирателей и немецких врачей. Те, кто мог передвигаться, пришли сами; для лежачих были установлены лежалки; остальные сидели на одеялах. Двери в проходные комнаты были открыты, таким образом около 1000 человек могли принять участие в вечере. В 8 часов появились врачи во главе с маленькой женщиной – главным врачом. Празник начался.

« Святая ночь, всели небесную надежду в сердце...» Так начал петь хор в начале праздника, потом держал речь Монах Ноткер, которого мы называли Жозеф и который написал текст к кантате. Потом настал тот торжественный момент. Но как только прозвучали первые аккорды, произошла первая неудача. Хлопок! И мы все оказались в темноте. Хор только что пропел «звучала песня...», и продолжать петь дальше. Но к этому проишествию мы были готовы. В зале горели две керосиновые лампы: одна на фортепиано, другая была у солистов, которые были не очень уверенны в себе и волновались. Несмотря на свет от лампы, доктор Хуго Рюд, который был взят в плен после битвы под Сталинградом, должен был довольно сильно напрягаться, чтобы прочитать ноты. Бумага, которую мы получали в плену, была плохой, ручки и чернила – еще хуже.

Попытка со второй лампой не удалась – она упала в открытое фортепиано, содержимое вылилось на струны. Это было мало кем замечено, как, впрочем и то, что тенор Лотар Шмидт вынужден был повторить свои первые слова. Неожиданная темнота так взолновала его, что он все забыл, и спел неправильно.

Но после этого момента проблем больше не было....


Подробнее о Аткарск Рождественская кантата и специальной выставке в музее Аткарск

13.06.2008

Mitwirkender und Zeitzeuge Atkarsker Weihnachtskantate: Hans Huber

Am 23. Juni fuhren Lilo und Hugo E. Martin nach Gunzenhausen um Dr. Hans Huber, aka HaHu, einen langjähriger Freund von Hans Martin zu besuchen. Sie hatten sich 1944 im Kriegsgefangenen Lazarett in Atkarsk getroffen (HaHu als junger Arzt und Hans als Musikus) und schätzen gelernt. Bei der Erstaufführung am 24. Dezember 1944 und am 6. Januar 1945 hat der damals junge Arzt die Bass-Bariton Solopartie gesungen ... und seitdem bestand die Verbundenheit zwischen Hans & Hans.



Als Hans Huber im Dezember 2007 vom Tod Hans Martin und dem Engagement und der Ausstellung des Atkarsker Heimatmuseums erfuhr, hatte er geschrieben, dass er sich mindestens so wie Hans über die „Heimkehr der Atkarsker Weihnachtskantate" nach Atkarsk gefreut hat und begeistert ist von der Geste der Freundschaft, und weiter:

"Wenn meine 3 Atkarsker Jahre auch nur etwas mehr als die Hälfte meiner Kriegsgefangenschaft ausmachten (ab 3. Januar 1944), sind sie in meiner Erinnerung prägend und haben mich längst für die vermeintlich verlorenen besten Jahre des Lebens entschädigt. Fast möchte ich sagen, dass ich sie nicht missen möchte. Ja, mit 91 Jahren, sieht man doch anders, und weiter als mit 30 Jahren. Ich hätte keine gründliche Erfahrung mit der russischen Sprache, der Musik und Literatur gefunden, ohne die Jahre der Gefangenschaft."

Veröffentlicht am 13-Juni-2008

24.12.2007

Ausstellung in Atkarsk eröffnet: Hans Martin 1916 - 2007

Olga Viktorovna Artamonova, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Atkarsker Heimatmuseums, schreibt am 20. März 2008: (hier eingegangen am 18-April-2008)

"Sehr geehrter Herr Martin,
wir haben die traurige Nachricht über den Tod Ihres Vaters Hans Martin erhalten. Diese Nachricht hat uns, die Mitarbeiter des Atkarsker Museums, sehr betroffen.

Während der letzten Monate ist er für uns ein wichtiger Mensch geworden. Uns tröstet aber der Gedanke, dass Ihr Vater unseren Brief rechtzeitig noch erhalten hatte und erfahren hatte, dass in einem kleinen russischen Städtchen sich die Menschen an ihn erinnern, ihn respektieren und seinen Talent hochschätzen. "



"Wenn in unserem Museum Feste gefeiert werden, Präsentationen stattfinden oder irgendwelche Delegationen unser Museum besuchen, machen wir unsere Musikanlage an und geben unseren Gästen die Möglichkeit, sich die Atkarsker Weihnachtskantate anzuhören. Die Orgelmusik, der Gesang des Chors bezaubern alle.

Am 24. Dezember 2007, am Heiligen Abend, wurde in unserem Museum eine Ausstellung eröffnet mit dem Namen

Die Atkarsker Weihnachtskantate – Botschafterin des Friedens und der Freundschaft
Hans Martin – Musik, Partituren, Dokumente, Briefwechsel, Zeitungsartikel


Vladimir Nikolajevitsch Ignatev und Olga Viktorovna Artamonova,
Hans Martin Ausstellung, Museum Atkarsk


Unser Direktor Vladimir Nikolajevitsch Ignatev zeigte allen die Ausstellung über Ihren Vater. Er erzählte über die Geschichte der Freundschaft des Atkarsker Heimatmuseums mit der Familie des Komponisten, über den Briefwechsel, über die Zeitungsartikel und machte die Gäste mit der Biographie des Komponisten vertraut ..."

Auch die Atkarsker Zeitung hat darüber berichtet





Veröffentlicht am 24-Dezember-2007

01.10.2006

2006 f: Die Altkarsker Weihnachtskantate kehrt zurück

Im Herbst des Jahres 2006, entdeckten wir im Internet folgenden Bericht der Kieler Nachrichten (16.10.2004)

Hans Schuetz und zwei Ehepaare reisten zum Gegenbesuch an die Wolga

Dort wurde über die Rückkehr von Hans Schuetz nach Atkarsk und das Interesse und die neue Freundschaft zwischen Atkarsker Bürgern und Deutschland berichtet und u.a. auch erwähnt, dass Hans Schuetz ein Buch über seine Kriegszeit und Kriegsgefangenschaft in Russland, zeitweise auch in Atkarsk, geschrieben und veröffentlicht hat:

Dawai, Dawai
von Hans Schuetz
ISBN3-89781-021-2
LIT AT-Edition

Da wir zunächst in Deutschland keine Bezugsquelle für das Buch fanden, haben wir die US-englische Version bei einem Antiquariat in den Staaten gekauft. Kurz vor Weihnachten, beim Erstellen der Bibliografie entdeckten wir dann, dass der deutsche Verlag das Buch noch in der Backlist führt und dann auch innerhalb weniger Tage geliefert hat.

Hans Martin fand das 'ganz interessant' und ließ sich die Stellen vorlesen, die mit Atkarsk zu tun hatten und begegnete dabei Personen aus der Zeit 1944 / 1945, insbesondere den Arzt Dr. Hugo Rüd und die Chefärztin des Lazaretts, die ihm die Musik und seine frühe Rückkehr nach Deutschland ermöglicht hatten.

Dann, im März 2007 bestellte W.H. aus Hamburg die CD mit der Weihnachtskantate ... Fünf Monate später erhielt Hugo E. Martin die folgende eMail:

Sehr geehrter Herr Martin,
als ehemaliger Atkarsk-Einwohner habe ich mit großem Interesse die Informationen über den Komponist Hans Martin und seine Atkarsker Weihnachtskantate auf Ihrer Homepage gelesen.

Ich habe die Atkarsker Weihnachtskantate bei Conventus Musicus bestellt und zusammen mit den Informationen von Ihrer Seite meinen Freunden im Atkarsker Heimatmuseum gegeben.

Sie waren auch fasziniert und haben einen Artikel in einer lokalen und in einer regionalen Zeitung geschrieben. Diese Information hat großes Interesse in der Bevölkerung hervorgerufen.

Der Museumsleiter hat mich gebeten, die Adresse von Herrn Hans Martin zu erfahren, um möglicherweise Kontakt aufzunehmen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir dabei helfen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

W. H.


((Fortsetzung folgt))

01.06.1972

Jahr 1945

Aus dem Lebenslauf von Hans Martin

Noch bis Juli 1945 war Hans Martin in russischer Kriegsgefangenschaft in Atkarsk. Am 25. Juli 1945 wurde er mit Unterstützung der Ärzte aus gesundheitlichen Gründen entlassen.





Dies beiden Kästchen hatten Mitgefangene für Hans Martin geschnitzt - in diesen Behältern schmuggelte er die Name von Mitgefangenen um die Angehörigen eine 'erste' Nachricht zukommen zu lassen.

Am 17. August 1945 traf Hans Martin wieder in Würzburg bei seiner Familie ein und das beendete die Ungewissheit seit der Vermisstenmeldung im Juli 1944.

Da die Wohnung der Großeltern seiner Frau in dem Lilo und Sohn Hans gelebt haben von dem Amerikanern beschlagnahmt wurde und es für Hans Martin keinen Job gab, zog die Famile zu den Eltern nach Erlenbach b. Marktheidenfeld (und lebten dort bis Ende Februar 1947).

Mit Konzerten in Würzburg (Marianhill Herz-Jesu-Kirche) und Umgebung (unter anderem Ochsenfurt, Schönau), gemeinsam mit seinen früheren Lehrer, verdiente er sich ein Zubrot und konnte seine geliebte Musik ausführen.





Aus dem Werke-Verzeichnis 1945

Zueignung
für Bariton u. Klavier
von Johann Wolfgang von Goethe
1. Januar 1945 in Atkarsk (Russland)

Die Sonne tönt
für 3-st. Männerchor
von Johann Wolfgang von Goethe (Faust-Prolog)
5. Januar 1945 in Atkarsk (Russland)

Der Bauerntanz
für 3-stimmigen Männerchor
von Johann Wolfgang von Goethe
10. Januar 1945 in Atkarsk (Russland)

Ave Maria
für Bariton und Klavier
15. Januar 1945 in Atkarsk (Russland)

Passio brevis sec. Joannem
für Tenor, Bariton, 3-st. Männerchor und Klavier
27. Februar 1945 in Atkarsk (Russland)

Es waren zwei Königskinder
für 3-st. Männerchor
Volksgut
27. Februar 1945 in Atkarsk (Russland)

An die Freude
für Tenor, 3-st. Männerchor und Klavier
von Friedrich von Schiller
7. März 1945 in Atkarsk (Russland)

All meine Gedanken
für Tenor und 3-st. Männerchor a cappella
Volksgut
25. März 1945 in Atkarsk (Russland)

Der alte Sänger
für Bariton und Klavier
von Hans Huber
5. April 1945 in Atkarsk (Russland)

Rondo g-moll für Klavier
18. April 1945 in Atkarsk (Russland)

Der Friedenstag
für Tenor, Bariton, 3-st. Männerchor und Klavier
23. Mai 1945 in Atkarsk (Russland)

Spuren
für Sopran und Klavier
von Johanna Wolff
17. November 1945 in Würzburg

Du bist da
für Sopran und Klavier
von Johanna Wolff
15. Dezember 1945 in Erlenbach

Nachklang
für Sopran und Klavier
von Hans Zeitzschel
21. Dezember 1945 in Erlenbach

In der Winternacht
für Alt und Klavier
von Friedrich Wilhelm Weber
31. Dezember 1945 in Erlenbach

10.05.1972

Jahr 1944 / 1945: Atkarsk und Die Atkarsker Weihnachtskantate



Atkarsk liegt am Oberlauf des Medwjediza, eines Nebenflusses des Don, etwa 100 km nordwestlich von Saratow, der ehemalige Hauptstadt der Wolgadeutschen Autonomen Republik und 400 km nördlich von Wolgograd (von 1925 bis 1961: Stalingrad).

Atkarsk war zu dieser Zeit der Standort der Uprawlenije 7-338 und des Gefangenen-Hospitals 5-131, entstanden im Januar 1944 und wurde im Oktober 1947 aufgelöst.

Hans Martin (*1916 - †2007) wurde Anfang August 1944 in das Lazarett II. des Gefangenen-Hospitals eingeliefert, nachdem er am 23. Juli des gleichen Jahres bei Brody (ca. 90 km nordöstlich von Lemberg, heute Lwiw/Lviv in der Ukraine) verwundet worden und in russische Kriegsgefangenschaft geraten war. Kurze Zeit später wurde er in das Lazarett I. verlegt.

Im Herbst 1944 übernahm er auf Empfehlung des deutschen Arztes Dr. Hugo Rüd


Dr. Hugo Rüd (*29-Juli-1909 – † 6-Jan-1960)

die Kulturgruppe des Lazaretts und stellte aus zwölf guten Sängern einen Chor zusammen, der in der Folgezeit in den drei Häusern des Gefangenenlazaretts regelmäßige Konzerte gab.


Erinnerungen von Hans Martin
an die Entstehung der Atkarsker Kantate und die Kriegsweihnacht 1944


Der heiße Sommer des Jahres 1944 war vorüber, und auch die Herbsttage wurden immer kürzer. Über die Tatarensteppe lag tiefer Schnee gebreitet und eisige Stürme tobten. Die abgemagerten Gestalten der Kriegsgefangenen schlichen, nur mit Hemd und Unterhose bekleidet, auf Holzpantinen durch die Gänge des Lazaretts, eines der wenigen Steingebäude von Atkarsk, einer Stadt von 30 – 40.000 Einwohnern, 350 km nördlich von Stalingrad und 650 km südöstlich von Moskau.

An Weihnachten musste etwas geschehen, das war uns allen klar. So saßen wir denn Anfang November Abend für Abend zusammen, der Franziskanerpater Notker Klenk (*8-Februar-1907 - † 8-Juli-1982) und ich und beratschlagten, wie die Weihnachtsfeier zu gestalten sei, lange bevor eine Genehmigung durch die russische Lagerleitung zu denken war. Langsam entstand der Text nach den Worten der Frohen Botschaft und nach eigenen Gedanken.


Pater Notker Klenk (*8-Februar-1907 - † 8-Juli-1982)
Quelle: Archiv der dt. Franziskanerprovinz, München


Die musikalischen Skizzen erfolgten rasch nach der Fertigstellung des Textes und wurden auf braunes Packpapier geschrieben. Unverzüglich ging es an die Proben. Der Arzt Dr. Hans Huber (geb. 12-Dezember-1916 –  25-Februar-2010) und der Architekturstudent Lothar Schmidt erhielten die Soloparts, der Lazarettchor übte fleißig, und Dr. Hugo Rüd, ein Arzt aus Erlangen (geb. 29-Juli-1909 –  6-Januar-1960) übernahm bereitwillig die Klavierbegleitung.

So nahte der Heilige Abend des fünften Kriegsjahres heran. Im Treppenhaus des Lazaretts standen, vom Politoffizier ausdrücklich genehmigt, zwei Fichtenbäume. Das Abendessen wurde um eine Stunde vorverlegt, sodass die Feier um 8:00 Uhr beginnen konnte.

In den Nachmittagsstunden des Heiligen Abends herrschte im ganzen Haus reges Treiben. Im großen Saal, in dem 120 Kranke untergebracht waren, wurden die beiden Bäume aufgestellt und mit Watte geschmückt.

Es dämmerte – die Vorarbeiten waren beendet. Nach dem Essen wurde der Saal geöffnet. Alle drängten herein. An der Seite vorne waren die Plätze für die russischen Ärzte, den Lagerkommandanten und die deutschen Ärzte freigehalten. Wer sich einigermaßen bewegen konnte, erschien – für die Schwerkranken wurden Liegeplätze hergerichtet, die anderen saßen auf Decken. Die Türen zu den Nebenzimmern waren geöffnet. So konnten ungefähr 1.000 Personen an der Feier teilnehmen. Kurz nach 8 Uhr erschienen die Ärztinnen, allen voran die kleine gedrungene Chefärztin. Nun konnte die Feier beginnen.

„Heilige Nacht, o gieße du Himmelsfrieden in dies Herz ...“ Dieser Chor leitete die Feier ein, dann sprach Pater Notker oder wie wir ihn nannten Josef, einleitend über die Kantate, zu der er ja den Text geschrieben hatte. Dann war es soweit. Aber kaum waren die ersten Akkorde erklungen, traf das erste Missgeschick ein. Ein Knacks! Wir saßen im Dunkel. Der Chor hatte eben zu singen begonnen „Es klang ein Lied ...“ und sang unbeirrt weiter. Für diesen Fall hatten wir schon vorgesorgt. Im Nu brannten zwei Petroleumlampen, die eine am Klavier, die andere für die Solisten, die nicht ganz sicher und auch nicht frei von Lampenfieber waren. Trotz Lampe musste sich der Klavierspieler Dr. Hugo Rüd, seit Stalingrad in Gefangenschaft, recht abmühen, dass er die Noten lesen konnte. Denn das Papier, das wir in der Gefangenschaft bekamen, war schlecht, Feder und Tinte waren noch schlechter.

Der Versuch mit einer zweiten Lampe misslang, sie stürzte ins offene Klavier und ergoss ihren Inhalt über die Saiten. Der Zwischenfall wurde kaum bemerkt, ebenso entging den meisten, dass der Tenorsolist Lothar Schmidt bei seinem ersten Einsatz wiederholen musste. Die plötzliche Finsternis hatte ihn so beunruhigt, dass ihm alles entschwand, und das erste Wort, das in seine Erinnerung zurückkehrte, war dann auch falsch.

Von nun an aber gab es keine Pannen mehr ...

Nachtrag:
Eine 2. Aufführung der Atkarsker Weihnachtskantate fand am 6. Januar 1945 im Lazarett II in Atkarsk statt.

Nach der Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft, am 18. August 1945, Hat Hans Martin die Kantate aus dem Gedächtnis erneut niedergeschrieben, und für Sopran, Bass, 4-st. gem. Chor u. Orgel angepasst und (am 24. September 1949 abgeschlossen) für Kammerorchester orchestriert.

Aufführungen:

Sonntag, 24. Dezember 1944 – Uraufführung im Lazarett Haus I. in Atkarsk Atkarsker Weihnachtskantate für 2 Solostimmen, gemischter Chor und Klavier

Die Solisten der ersten Aufführung am 24. Dezember 1944 waren Tenor: Lothar Schmidt, Darmstadt
Bass-Bariton: Dr. Hans Huber, Kulmbach (heute Gunzenhausen)
Klavier: Dr. Hugo Rüd, Erlangen (später Günzburg/Ulm)
Gefangenchor des Atkarsker Lazarett I.
Leitung: Hans Martin

Eine zweite Aufführung fand am Samstag, 6. Januar 1945 im Lazarett II. in Atkarsk statt.

Tenor: Siegfried Köhler,
Bass-Bariton: Dr. Hans Huber, Kulmbach (heute Gunzenhausen)
Klavier: Dr. Hugo Rüd, Günzburg/Ulm
Gefangenchor des Atkarsker Lazarett I.
Leitung: Hans Martin

Weitere Aufführungen: (u.a.)

- 1959 in St. Gertraud, Würzburg mit Orgelbegleitung

- 1981 in St. Gertraud, Würzburg mit Orchester

- 1991 im Würzburger Dom mit Orgelbegleitung


(dazu gibt es bei Conventus Musicus eine Aufnahme auf CD - Bestellnummer CM 1010)

01.05.1972

Jahr 1944

Aus dem Lebenslauf von Hans Martin

Seit der Auflösung der 183 Infanterie Division am 2. November 1943, war Hans Martin in Division Gruppe 183 - wieder im Musikkorps - die 183 wurde mit vielen anderen beteiligten Divisionen in der Kesselschlacht von Brody [EN: Lvov-Sandomierz Strategic Offensive Operation; RU: Львовско-Сандомирская операция] fast vollständig aufgerieben.

Bei einem Durchbruchsversuch bei Brody (ca. 90 km von Lviv) wurde er am 23. Juli 1944 im Wald südwestlich von Knjazy (Slozow) verwundet und über  über Tarnopol [Ternopol, Тернопіль Ukraine], Proskurow [Проскурів Chmelnyzkyj ] in Eisenbahnwaggons ins weit entfernte Kriegslazarett Atkarsk transportiert. Ankunft in Atkarsk am 12. August 1944.


Der große rote Punkt zeigt die Lage von Brody in der Ukraine an
- die nächste größere Stadt ist Lviv / Lemberg

Foto: (C) Loneley Planet

Die Wikipedia führt dazu u.a. aus:
"Am 17. Juli erreichte die Rote Armee Polen. Am 18. Juli wurde der Durchbruch erweitert (200 km lang und 50 bis 80 km tief). Bei Brody wurden acht deutsche Divisionen eingekesselt (darunter auch die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1) und zum Abend des 22. Juli fast vollständig aufgerieben. Nach sowjetischen Angaben waren 30.000 deutsche Soldaten gefallen, 17.000 wurden gefangen genommen und 5.000 gelang die Flucht. Große Mengen an Kriegsgerät wurden erbeutet, z. B. 719 Geschütze, 1.100 Mörser und 3.900 Autos. Am 27. Juli haben die sowjetischen Truppen Lemberg, Przemyśl und Stanislaw eingenommen ..."

Und in einem Zeitzeugenbericht heißt es:
"Die Brody-Kämpfer mussten ca. 110 bis 160 Kilometer bis in die Sammellager marschieren. Die Mehrzahl von ihnen wurde nach Kiev verbracht und mussten dort zusammen mit Gefangenen von anderen Frontabschnitten im August '44 am Propagandamarsch teilnehmen. Etwa 7.000 blieben danach in Kiev, 7.500 kamen in das Donezbecken, 5.000 in den Raum Cernigov, 4.500 nach Saratov an der Wolga und kleinere Gruppen nach Odessa, Zitomir, Voronez, Chafkov, Javas, Lebedjan, Orsk und Kirov. Offiziere kamen nach Krasnogorsk, Moskau und Grjazovec ..."


Ab diesem Zeitpunkt und bis zu seiner Rückkehr in die Heimat im Juli 1945 war Hans Martin vermisst und die Familie ohne jede Nachricht.



Ohne Nachricht ... und der Endsieg rückte näher


Aus dem Werke-Verzeichnis 1944
- darunter viele Kinderlieder für den Erstgeborenen

Daheim
für Sopran und Klavier
Text von E. von Schönaich-C.
8. Januar 1944 in Grossborn Linde



Du bist min
für Sopran und Klavier
Mittelhochdeutsch
6. Februar 1944 in Grossborn Linde

Turmwächter Lynceus
für Sopran und Klavier
Text von Johann Wolfgang v. Goethe
6. Februar 1944 in Budweis (Südböhmen)

Du Geliebter
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
12. Februar 1944 in Budweis (Südböhmen)

Silberfädchen
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
13. Februar 1944 in Budweis (Südböhmen)

Die Fahrt zur Geliebten
für Sopran und Klavier
Texte von Ludwig Uhland
22. Februar 1944 in Budweis (Südböhmen)

Wiegenlied
für Sopran und Klavier
Text von Clemens Brentano
22. Februar 1944 in Budweis (Südböhmen)

Frage und Antwort
für Sopran und Klavier
Text von Eduard Mörike
4. März 1944 in Graslitz (Sudetenland)

Vor dem kleinen Haus
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
5. März 1944 in Graslitz (Sudetenland)

Der Spinnerin
Lied für Sopran und Klavier
Text von Clemens Brentano
6. März 1944 in Graslitz (Sudetenland)

Junges Bübchen
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
7. März 1944 in Graslitz (Sudetenland)

Sonate
für Oboe und Klavier in drei Sätzen
17. März 1944 in Budweis (Südböhmen)

Trio
für für drei Instrumente
19. März 1944 in Budweis (Südböhmen)

Maria
für Sopran und Klavier
Text von Novalis
24. März 1944 in Budweis (Südböhmen)

Wiegenlied für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
28. März 1944 in Budweis (Südböhmen)

Der alte Garten
für Sopran und Klavier
Text von Joseph von Eichendorff
29. März 1944 in Budweis (Südböhmen)

An Titania
für Sopran und kleines Orchester
Text von Hans Martin
9. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Friedenssehnsucht
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
10. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Luftballon
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
13. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Pitsch - patsch
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
15. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Sternlein
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
15. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Frühling
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
19. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Ich hab dich lieb
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
19. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Mein Lied
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
21. April 1944 in Budweis (Südböhmen)

Märzenschnee
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
17. Mai 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Mond und Trinker
für Sopran und Klavier
Text von R.G. Binding
19. Mai 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Mein Kindchen
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
19. Mai 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Heimweh
für Sopran und Klavier
Text von Eduard Mörike
12. Juni 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Liebeslied
für Sopran und Klavier
Joseph von Eichendorff
27. Juni 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Was ist die Liebe
für Sopran und Klavier
Text von Friedrich Rückert
28. Juni 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Skizzen aus Russland
Trio für Flöte, Oboe und Fagott
3. Juli 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Sommerwinde
für Sopran und Klavier
Text von Johanna Wolff
10. Juli 1944 in Kadljubiska (Galizien)

Der Wanderer
für Sopran und Klavier
Text von Hans Martin
24. Oktober 1944 in Atkarsk (Russland)

Ein Gleiches
für Sopran und Klavier
Text von Johann Wolfgang v. Goethe
6. November 1944 in Atkarsk (Russland)

Abendfantasie
für Bariton und Klavier
Text von Emanuel Geibel
9. November 1944 in Atkarsk (Russland)

Kriegsweihnacht
für Sopran und Klavier
Brief aus Stalingrad
1. Dezember 1944 in Atkarsk (Russland)

Atkarsker Weihnachtskantate
für Tenor, Baß, 3 st. Männerchor und Klavier
Text P. Nother Klenk u. Bibeltexte
5. Dezember 1944 in Atkarsk (Russland)

Mein Kind
für Sopran und Klavier
Text von Hugo Rüd
21. Dezember 1944 in Atkarsk (Russland)